Es gibt Probleme auf der Welt, die haben viele Menschen so ganz und gar nicht und andere schlagen sich wieder und wieder damit herum, ja, während die einen sich weigern, überhaupt von einem Problem zu sprechen, raubt der gleiche Sachverhalt anderen den Schlaf. Was also zieht man an, im höheren Alter, zu Karneval? Die Zeiten, in denen man sich freute, Arme, Beine und Dekolleté herzuzeigen sind ein für alle Mal vorbei und ein solcher Aufzug riecht zudem schon von ganz weit her nach Verzweiflung, ein Eindruck, den man als Frau mit Selbstachtung unbedingt zu vermeiden trachtet. Es gibt natürlich auch Frauen, denen das wurscht ist: Mutig oder tatsächlich verzweifelt quetschen sie sich in knappe Shirts mit Glitzer und tiefem Ausschnitt, lassen es beim aufwendigen Make up richtig krachen und scheuen selbst vor Netzstrümpfen zu Miniröcken nicht zurück. Der Anblick ist zuweilen faszinierend und gruselig zugleich, in jedem Falle nichts für mich. Irgendwas clownsartiges geht eigentlich immer, ist auch sehr figurfreundlich, aber gerade Karnevalsschminke neigt dazu, sich in Falten abzusetzen, was dem Gesamteindruck wenig förderlich ist. Und Botox für eine Karnevalssitzung? Soweit will man denn doch nicht gehen, zumal man einen schlecht gelaunten Eindruck machen könnte mit eingeschränkter Mimik. Hippie, Teufelin, was mit bunter Federboa? Von letzterer hat man lange was, die Federn finden sich noch Wochen später. Da nehme ich also doch wieder die bewährte, immer wieder schöne Kombination aus Ringelhemd und Frack. Fertig. Alaaf.