Für was ich nicht zwischenzeitlich alles zu alt geworden bin! Und dabei rede ich nicht vom erbarmungswürdigen Zustand meiner Knie, die mich am Joggen hindern oder der abendlichen Erschöpfung, die mich früh ins Bett, aber auch demzufolge wieder früh – Stichwort: Senile Bettflucht – aus demselben hinaus treibt, zu einer wahrhaft gottlosen Uhrzeit in quasi finsterer Nacht. Zu alt bin ich definitiv auch für die Comedy Nacht des WDR. Eine furchtbare Veranstaltung. Worüber sich das Publikum da für teures Geld amüsierte, ist mir vollkommen rätselhaft. Die Nachwuchskräfte waren mit dem riesigen Publikum total überfordert und man hätte sie besser noch einige Zeit auf Kleinkunstbühnen, mit der Betonung auf „klein“, ihr Timing und ihre Bühnenfigur bearbeiten lassen und ihnen vielleicht einen tüchtigen Texter zur Seite stellen sollen. Müde Witze, gemischt mit dämlichen Zoten, haha, habe ich nicht gelacht. Die Top Acts waren Olaf Schubert, nun gut, und Torsten Sträter, dessen Zenit ja wohl überschritten scheint. Die Moderation überdreht und doof, es war furchtbar. Aber so ist das wohl, wenn man als Kind in einem Haushalt aufwächst, in dem man sich auf die Übertragungen der „Lach- und Schießgesellschaft“ schon Tage vorher freut, Dieter Hildebrandt als Ikone des Kabaretts verehrt wird und die Mutter noch im hohen Alter zum Grab von Hanns Dieter Hüsch, man darf sagen: pilgert. Gerhard Polt, Gisela Schneeberger, Werner Schneyder, Richard Rogler, Volker Pispers…was für großartige Künstler. Und für Comedy bin ich wohl verloren. Oder tatsächlich zu alt. Oder nicht dumm genug.
Ich bin voll und ganz derselben Meinung, ich bin nicht total gegen schlüpfrige Witze, aber was da geboten wird ist nur ordinär. Die Sendung braucht kein Mensch.