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	<title>Kinder &#8211; Die alte weisse Frau</title>
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		<title>Die alte weisse Frau und die Brotdosenmütter</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Apr 2025 05:40:09 +0000</pubDate>
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<p>Auf der Suche nach Selbstbestätigung, Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens und Ausleben von vermeintlichen außergewöhnlichen Fähigkeiten machen Menschen ja die tollsten Sachen. Sie klettern unbeholfen auf Standup Paddels, um über einen See zu wackeln. Sie basteln mit Hingabe merkwürdige Dinge. Sie schaffen sich einen Hund an, um damit ihre Umgebung zu tyrannisieren und im Gegenzug maximale Toleranz einzufordern. Sie rennen mit Tausenden anderen Menschen im Pulk durch die Gegend, womöglich im rosa T Shirt mit dem Schriftzug „Laufgöttin“ auf der Brust. Eine der allermerkwürdigsten Beschäftigungen scheint mir jedoch zu sein, seine Erfüllung in der Befüllung von Brotdosen für das Kindergartenkind zu finden. Welche Kreativität da sinnlos verballert wird! Wie viel Zeit und Energie verschwendet! Und was für bemitleidenswerte Frauen da am Werke sind (Männer eher nicht). Ich meine: Eine Brotdose für eine Fünfjährige! Was verspricht sich die emsige Mutti davon, am Inhalt herumzuschnitzen, farblich passende Arrangements zusammen zu klöppeln und auch noch die ernährungspyramidisch einwandfreie Zusammensetzung zu beachten? Und während das Kind eher desinteressiert reagiert, wird das ganze äußerst stilvolle Konglomerat fotografiert und in einschlägigen Brotdosenmuttigruppen präsentiert! Auf das man begeisterte Kommentare erntet! Und da hat man die Meisterwerke der orchestrierten Geburtstagszwischenmahlzeit für die Kita noch gar nicht berücksichtigt. Denn da läuft die Brotdosenmutter zur Höchstform auf. Unter zwanzig selbst gebackenen Muffins mit liebevoller, zum Geburtstagsmotto passender Deko läuft da gar nichts, und damit spielt man noch nicht einmal in der Bundesliga der Brotdosenmütter! Wirklich sehr schade, dass oft die Hälfte im Müll landet und die andere lieblos zerrupft wird. Aber ich bin sicher: Die pubertierende unausstehliche Vierzehnjährige wird sich dereinst erinnern und den sich anbahnenden Tobsuchtsanfall unvermittelt abbrechen. Weil ihr die tollen Brotdosen, die die Mutter einst produzierte, plötzlich wieder einfallen.</p>
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		<title>Die alte weiße Frau und das Schulfrei</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Mar 2024 05:36:00 +0000</pubDate>
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<p>Neulich hatten die Schulkinder wieder einmal frei. Schon am Vortag wurde angekündigt, dass an einen Unterricht auf Grund der zu erwartenden katastrophalen Wetterverhältnisse nicht zu denken sei. Was genau nun dräute, weiß ich gar nicht, aber vielleicht wurde ja sogar mit Schnee gerechnet!? Mit Fug und Recht kann ich jedenfalls vermelden: Das hat es früher nicht gegeben. Während meiner neunjährigen Gymnasialzeit stand ich allmorgendlich um sieben an der Bushaltestelle, komme, was da wolle. Eis, Schnee, strömender Regen, dichter Nebel, Sturm, niemals wäre irgendjemand Offizielles auf die Idee gekommen, vorsichtshalber schulfrei zu geben, geschweige denn, meine Mutter hätte mich aus Angst um mein Wohlergehen daheim behalten. Zähneklappernd mussten wir, so die unumstößliche Regel, eine Dreiviertelstunde ausharren, und nur dann durften wir, wenn der Bus immer noch nicht gekommen war, wieder nach Hause schlurfen, um von unseren enttäuschten Eltern missmutig begrüßt zu werden. Die Kinder, die nicht auf den Bus angewiesen waren, mussten sowieso zur Schule und durften allenfalls, wenn mehr als die Hälfte der Klasse fehlte, früher nach Hause und zwar allein. Vom Winde verweht oder eingeschneit wurde dabei meines Wissens niemand, nur die freche Renate ist einmal im Wasser gelandet, weil sie das Schild „Eisfläche nicht betreten“ ignoriert hatte. Im Sommer gab es zuweilen hitzefrei, dann wechselten wir aus dem 27 Grad warmen Klassenzimmer in den 45 Grad heißen Bus. Ich weiß es nicht – war das jetzt nun Vernachlässigung, Kindesmisshandlung oder einfach nur das Leben?</p>
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		<title>Die alte weisse Frau und die chinesischen Klavierspieler</title>
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		<pubDate>Wed, 31 May 2023 05:00:24 +0000</pubDate>
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<p>Neulich schaute ich eine Dokumentation über drei chinesische Kinder, die Klavier spielten. Mein lieber Scholli, da war was los! Da gab es den empathischen Klavierlehrer eines Achtjährigen, der solche Dinge losließ wie: „Du musst mal? Du bist hier zum Klavierspielen, nicht um aufs Klo zu gehen!“ oder „Für dieses Konzert haben wir wirklich gearbeitet. Wir haben bis abends um halb elf geübt, aber nicht länger, die Kinder brauchen ja ihren Schlaf!“ oder „Wenn ihr morgen so schlecht spielt, könnt ihr was erleben!“. Ein Mädchen wurde vorgestellt, das für eine Klavierprüfung übte. Der Tag bestand aus Klavierspielen, Essen und Schlafen. Ein Neunzehnjähriger übte während des Schuljahres nach dem normalen Unterricht vier bis fünf Stunden und fuhr über Jahre mit seiner Mutter Freitagsabend mit dem Nachtzug zu einem besonderen Klavierlehrer, wo sie morgens ankamen, den Samstag mit Klavierstunden verbrachten und abends ging es wieder mit dem Nachtzug zurück, um dann nach zwei Nächten im Zug am Sonntagmorgen gegen acht das Wochenende zu beginnen. So weit, so gruselig. Hier bei uns hingegen: Ich spaziere durch das Dorf und vor mir schlurft ein Schuljunge heimwärts. Seine Mutter kommt ihm entgegen, bewaffnet mit einem Roller und dann, ich traue meinen Augen kaum, fährt das Kind auf dem Elektroroller heimwärts, nimmt aber nicht etwa seine Schultasche auf dem Roller mit. Die schleppt seine Mutter tatsächlich zu Fuß hinterher. Wahrscheinlich ist sie auch eine der Mütter, die eine Fünf in Mathe für ihr sensibles Kind für unzumutbar halten. Die arme Kinderseele könnte unwiderruflich Schaden nehmen. Was soll aus diesem Knaben bloß werden? Einer geregelten Tätigkeit wird er ja nicht nachgehen können. Es sei denn, seine Mutti trägt ihm seinen Laptop oder den Werkzeugkasten hinterher, notfalls mit Rollator. Was für Luschen ziehen wir uns da bloß heran? Wie sagte der chinesische Vater? „Das verstehen die Leute woanders nicht so. Alle chinesischen Eltern möchten, daß ihre Kinder Tiger werden.“ Ganz furchtbar natürlich, dieser Drill. Tiger, also wirklich. Die armen Kinder! Aber ob wir – um im Bild zu bleiben – mit unseren verfetteten Hauskatzen in Zukunft irgendetwas werden reißen können? Glaub ich nicht.</p>



<p>Nächsten Mittwoch mehr.</p>
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		<title>Die alte weisse Frau und die Verkehrswende</title>
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		<pubDate>Wed, 17 May 2023 04:29:37 +0000</pubDate>
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<p>Wir fahren ja alle viel zu viel, womöglich mutterseelenallein, mit dem Auto umher. Da muss was passieren! Einige der bisher propagierten Mittel halte ich jedoch, nun ja, für eher von zweifelhaftem Nutzen. Ganz vorneweg natürlich diese absolut bescheuerte Idee mit den E-Rollern. Wer zum Teufel soll damit fahren? Die Geschäftsfrau auf dem Weg zum Meeting? Mit ihren Pumps und ihrer gestylten Frisur? Der ältere Mensch, dem das Gehen schwerfällt? Am ehesten noch der smarte Jüngling mit Laptop im Rucksack. Wer aber wirklich damit fährt, sind folgende Gruppen: Angesäuselte Jugendliche, denen der Fußweg zur nächsten Lokalität zu weit ist. Fröhliche Touristen. Ende. Und für diese äußerst überschaubare Menge wird die Stadt zugemüllt? Die ja – zumindest wenn man sich Köln ansieht – schon verdreckt und ungepflegt genug ist. Und welche Strecken werden zurückgelegt? Solche, die man ohne weiteres zu Fuß gehen könnte, was dem einen oder anderen dicklichen Nutzer nur dringend zu empfehlen wäre. Oder man nimmt das Fahrrad. Für das man in der Bahn extra zahlen muss, was man ja mal als allererstes abschaffen könnte, um die Nutzung zu fördern. Und der ökologische Nutzen der E-Roller? Da fahren des Nachts Transporter durch die Gegend, um die Dinger einzusammeln und nach dem Aufladen wieder zu verteilen. Nur die natürlich, die nicht von irgendwelchen Spaßvögeln in den Rhein oder die Seine geworfen wurden. Ganz nachhaltig rosten sie dort vor sich hin, mitsamt ihren Akkus. Sehr, sehr umweltfreundlich. Glücklicherweise ist man wenigstens in Paris inzwischen zu Verstand gekommen, vielleicht besteht ja doch noch Hoffnung für die Menschheit.<br>Andere Idee: Lastenfahrräder! Ganz toll! Klar, auch mit Akku, wie soll man die tonnenschweren Dinger auch sonst bewegen. Geeignet für: Hipsterfamilien. Die dann im Park die Kinder aus Nichthipsterfamilien, die zu Fuß zur Kita gehen müssen, über den Haufen fahren, zwei Drittel des Weges für sich beanspruchen und vor der Kita für Verkehrschaos sorgen. Natürlich neben jenen, die ihr Kind mit dem Auto bringen. Spätestens ab dem ersten Schuljahr sollte aber doch sonnenklar sein: Zumindest einen Teil des Weges geht das Kind zu Fuß! Und ist das nicht sowieso das umweltfreundlichste „Verkehrsmittel“? Und man kommt weiter damit, als mancher fußlahme Mitbürger meint.</p>



<p>Nächsten Mittwoch mehr. </p>
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		<title>Die alte weisse Frau und die Angst vor dem Untergang</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Feb 2023 19:38:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[In dem von mir präferierten vorabendlichen Nachrichtenmagazin ist man täglich in Alarmstimmung: Es ist zu nass oder zu trocken, immer &#8230; <a href="https://diealteweissefrau.blog/die-alte-weisse-frau-und-die-angst-vor-dem-untergang/" class="btn btn-readmore">Read More <span class="screen-reader-text"> "Die alte weisse Frau und die Angst vor dem Untergang"</span></a>]]></description>
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<p>In dem von mir präferierten vorabendlichen Nachrichtenmagazin ist man täglich in Alarmstimmung: Es ist zu nass oder zu trocken, immer zu warm, die Wirtschaftslage desolat, die Stimmung in der Gesellschaft schlecht, irgendeine Berufsgruppe fühlt sich massiv unverstanden, Fachkräfte fehlen und der Strom wird knapp. Stets äußert sich irgendein Klappspaten „sehr besorgt“, ist „äußerst alarmiert“ oder, auch sehr beliebt, „fassungslos“. Neulich wurde es aber richtig ernst: Der Untergang steht nämlich unmittelbar bevor, denn unsere Kinder können nicht mehr schwimmen! Gut, während Corona waren die Schwimmbäder lange geschlossen, da ist das mit dem Schwimmenlernen natürlich schwierig. Der Rhein eignet sich dafür auch nicht recht. Aber jetzt kommt’s: Die wirkliche Problematik ist nicht das geschlossene Schwimmbad, sondern die der ausgebuchten Schwimmkurse! Ach herrje! Da kann man nun wirklich gar nichts machen. Oder aber, wie wir mit unseren Kindern, einfach jede Woche so lange mit der ganzen Familie oder einem sich erbarmenden Elternteil ins Schwimmbad gehen und üben, bis die Blagen das Seepferdchen haben. Stilistisch mag ja dann das eine oder andere im Argen liegen, aber wenigstens ersaufen tun sie nicht so schnell. Macht natürlich mehr Mühe, als sein Kind beim Kurs abzuliefern und mit den anderen Erziehungsberechtigten ein Käffchen trinken zu gehen, oder, wie eine Freundin es formulierte: „Boah, hab ich das gehasst! Jeden Sonntag in dieses blöde Hallenbad!“. Aber was nutzt es. Wenn man nicht möchte, das dem Kind beim schulischen Schwimmunterricht schon gleich die Lust vergeht, weil es den Nichtschwimmerlosern zugeteilt wird, dann muß man eben in den sauren Apfel beißen. Vielleicht bekommt man ja auch selber Spaß daran. Ich selbst fand Schwimmen (hab ich mir im Aldenhovener nicht beheizten (!) Freibad übrigens mühevoll selbst beigebracht) immer ziemlich doof, aber jetzt im Alter gefällt es mir plötzlich. Ich bin wirklich fassungslos. <br></p>



<p>Nächsten Mittwoch mehr.</p>
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