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	<title>Politik &#8211; Die alte weisse Frau</title>
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		<title>Die alte weisse Frau unterhält sich gern</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Apr 2026 05:32:00 +0000</pubDate>
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<p>Ich liebe nette Gespräche, bei denen man die letzten Neuigkeiten austauscht und dann vom Hölzchen aufs Stöckchen kommt. Leider Gottes werden solche Unterhaltungen immer seltener, besonders mit Altersgenossen. In der Regel handelt man nämlich zunächst ab, von wo man soeben zurück gekommen ist, dann, wo man demnächst hinfahren wird, danach wechselt man zu „Und, was machen die Kinder?“, um dann beim Kernthema zu landen und zu verbleiben: Krankheiten. Gerade überstanden, just akut, nicht mehr zu kurieren, da es sich um ein Verschleißteil handelt oder aber schon seit ewigen Zeiten immer wieder im Gespräch wie Migräne oder Neurodermitis. Knie, schmerzend oder ausgetauscht, mit Hyaluronsäure oder Eigenblut versorgt, bandagiert oder getaped, Augen, getropft, gelasert, mit neuen Hornhäuten versehen oder mit neuen Linsen, Rücken in sämtlichen Variationen, ubiquitärer Bluthochdruck, latenter Diabetes, wieder einmal Corona, Gürtelrose mit rasenden Schmerzen, Arthrose oder Arthritis, Hallux oder Hörprobleme, Zahnimplantate oder Bypässe….die Liste ist lang und wird immer länger und da haben wir die wirklich schlimmen Krankheiten noch gar nicht diskutiert, die die Arbeitskollegin oder den Nachbarn des Gesprächspartners getroffen oder gar dahin gerafft haben. Und so kommt man weder auf das Hölzchen einer politischen Debatte (zugegebenermaßen auch nicht erfreulich) noch auf das Stöckchen schöne Hobbys. Danach fühlt man sich immer völlig erledigt und ausgelaugt. Eisenmangel vielleicht? Oder Vitamin D? Vielleicht sollte ich mal zum Arzt.</p>
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		<title>Die alte weisse Frau und das pädagogisch wertvolle Buch</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 05:12:38 +0000</pubDate>
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<p>Neulich las ich, wie es sich für eine liebevolle Großmutter gehört, vor. Das mache ich sehr gerne und sehr ausdauernd. Conni Bücher hasse ich allerdings wie die Pest und dachte, schlimmer kann es nicht kommen. Aber weit gefehlt! Ich las, zunehmend konsterniert, ein Buch über die Vielfalt und Gleichwertigkeit verschiedener Farben. Die Protagonistin erhielt von ihrer Lehrerin den Auftrag, in den Ferien ein Bild über ihr schönstes Ferienerlebnis in ihrer Lieblingsfarbe zu malen. Schon das eine blödsinnige Konstellation. Das arme Kind hatte im Gegensatz zu ihrer Freundin Fatima jedoch gar keine Lieblingsfarbe, noch nicht mal pink, und verfiel daraufhin auf die pfiffige Idee, zu Inspirationszwecken andere Menschen nach deren Lieblingsfarbe zu fragen. Sie fuhr also mit ihren beiden Müttern (!) los und begegnete: Einem blinden Menschen, einem Kind, das sich nicht entscheiden konnte, ob es ein Mädchen oder ein Junge sein sollte, einem im Rollstuhl und die anderen habe ich verdrängt-jedenfalls wurden sämtliche Randgruppen gewissenhaft abgearbeitet. Überraschende Konklusion: Die Lieblingsfarbe der Protagonistin ist, Trommelwirbel, bunt. Wie das Leben. Was für eine tolle Botschaft, und so subtil übermittelt! So subtil, das die Autoren sich genötigt sahen, für die offensichtlich als leicht debil angesehenen Erwachsenen noch ein Nachwort anzufügen, damit sie die mit dem pädagogischen Holzhammer dargebotene Message auch verstehen. Also, wenn man mich fragt: Nur Pädagogik in einem Kinderbuch ist auch nichts, zumal, wenn sie so weltfremd und von der Lebensrealität der meisten Kinder meilenweit entfernt daher kommt. Langweilig war es auch noch. Und als wäre das alles nicht genug, lese ich in den Rezensionen zum Machwerk, eine Rezensentin habe bei der Lektüre geweint. Ja. Hätte ich auch fast.</p>



<p></p>
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		<title>Die alte weisse Frau und die Meinungsäußerung</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Mar 2026 06:18:32 +0000</pubDate>
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<p>Während einer langweiligen Autofahrt geriet ich in eine Radiodiskussion mit Hörerbeteiligung zu einem äußerst kontroversen Thema. Eine Hörerin gab mit fester Stimme ihr wohlvorbereitetes Statement ab, Punkt eins, zwei, drei wurden zu einer nicht widerlegbaren Argumentation dergestalt zusammengefügt, dass die Angelegenheit ein für alle Mal geklärt, erledigt und beschlossen schien, jedenfalls in den Augen der Wortführerin. Dann aber wurde eine Expertin gehört, und siehe da, Punkt eins, zwei und drei waren allesamt falsch. Nichtwissen, vorgefertigte Überzeugungen und mangelnder Sachverstand hatten sich zu einer unerquicklichen Melange zusammengetan, von der am Ende rein gar nichts übrig blieb. Außer einem gar nicht mal so kleinlauten – wie es angebracht gewesen wäre – sondern eher pampigen „Aber trotzdem“. „Aber trotzdem“ strich mir übrigens schon vor vielen Jahren meine Deutschlehrerin rot an.  Wie die besagte Expertin die Ruhe bewahrte! Großartig. Nicht, dass ich glaube, sie habe die Meinung der Hörerin geändert, nein, solche Menschen verheddern sich ja oft dermaßen in ihrer selbst zusammen gestrickten Argumentation, dass sie sogar zuweilen zu der festen Erkenntnis kommen, die in der Schweiz lebende Alice Schwarzer und die sich um sie herum scharenden Schmierlappen würden irgendetwas Gutes für Deutschland bewirken. Da steht man auf verlorenem Posten. Aber dem einen oder anderen Radiohörer wird wieder klar geworden sein, dass die Dinge, die in den eigenen Augen so einfach scheinen, es oft nicht sind. Und das ist doch schon mal was Gutes. Ich jedenfalls weiß wieder, dass ich nicht allzu viel weiß und deshalb vielleicht gelegentlich den Mund halten sollte. Aber trotzdem kann ich es einfach nicht lassen. </p>
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		<title>Die alte weisse Frau und der Winter</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jan 2026 11:31:37 +0000</pubDate>
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<p>Ich erinnere mich sehr lebhaft an einen Wintermorgen in meiner Schulzeit, als ich mich auf dem Weg zum Bus schon in der hauseigenen Einfahrt mit Schwung auf den Allerwertesten setzte, denn es war spiegelglatt. Meine Mutter war der irrigen Meinung, ein Paar Wollsocken über den Schuhen würden Wunder wirken, aber die machten es nur noch schlimmer. Vorsichtig tasteten wir uns, während wir uns unter lautem Gekreische aneinander festklammerten, zur Bushaltestelle und schlitterten dort herum, bis klar wurde: Der Bus kommt nicht. Dann rutschten wir wieder zurück und freuten uns mit roten Wangen, funkelnden Augen und blauen Flecken auf einen schulfreien Tag. Diese Ereignisse sind in meiner Erinnerung noch sehr lebendig und ich bedauere tatsächlich die armen heutigen Schulkinder, die sich in fünfzig Jahren ganz sicher nicht daran erinnern werden, wie aufregend es war, als an einem Montag im Januar 2026 wegen Glatteis homeschooling angeordnet wurde. Und dann wird noch beklagt, dass die Kinder zu viel drinnen hocken und ihre Körperbeherrschung zu wünschen übrig lässt. Tja, von nichts kommt eben nichts. Und wer glaubt, er müsse seine Kinder schon vor den Widrigkeiten eines rutschigen Schulwegs bewahren, der darf sich nicht wundern, was das Ergebnis ist: Unbewegliche, ängstliche Menschen, die ihren gesunden Menschenverstand leider schon in ganz jungen Jahren beim NRW Schulministerium abgeben mussten. Dabei kommen die wirklichen Herausforderungen doch noch. Wohl dem, dem schon früh zugetraut wird, wenigstens kleine zu meistern. Ein rutschiger Schulweg gehört eindeutig dazu. </p>
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		<title>Die alte weiße Frau vernachlässigt ihr Reputationsmanagement</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Feb 2025 06:15:37 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Beim Studium der zugegebenermaßen stockkonservativen NZZ, bei dem ich ebenso zugegebenermaßen im Feuilleton schon einmal intellektuell verloren gehe, stieß ich auf zwei großartige Wortschöpfungen von Philipp Hübl: Moralspektakel und Reputationsmanagement. Warum zum Teufel fällt mir so etwas nicht ein?! Ist es doch genau das, worüber ich mich immer wieder aufregen kann. Da zerreißt sich der vorgeblich gute Mensch das Maul über ein falsches Wording, schaut aber nicht hinter die Kulissen und die Möglichkeit, eine satirische Bemerkung vielleicht einfach nicht verstanden zu haben, existiert natürlich im Kosmos der eigenen Großartigkeit erst recht nicht. Über Empörung bequem vom eigenen Sofa heraus wirklich aktiv zu werden gegen Diskriminierung oder gar einmal die Meinung der Betroffenen einzuholen kommt den Intendanten des Moralspektakels eher nicht in den Sinn. Wie blöd wäre es beispielsweise, wenn die befragte POC sich gar nicht diskrimiert fühlt von der Bezeichnung „Mohrenapotheke“! Nun gut, vielleicht ist sie ja einfach zu doof und man müsste es ihr in leicht verständlicher Sprache erklären. Aber dazu ist natürlich wenig bis keine Zeit, denn man ist mit seinem eigenen Reputationsmanagement befasst. Auf allen relevanten Kanälen, also eher nicht in persönlichen Gesprächen, muss man moralisch einwandfrei dastehen und rechtzeitig die eigene Fahne in die Richtung drehen, aus der der Meinungswind gerade weht. Das ist Arbeit, Freunde, und da bleibt eben keine Kapazität übrig, um das eigentliche Problem anzugehen und ein kleines aktives Scherflein beizutragen zur Lösung desselben. Eines, das über das eingangs erwähnte Moralspektakel hinaus geht. Wie es, ganz vielleicht, die schreckliche alte Frau macht, die Dickmanns zuweilen immer noch, ganz versehentlich, Negerküsse nennt, ihren farbigen Nachbarn aber von Herzen zugetan ist und ihr Kartoffelsalatrezept gegen das von original arabischem Couscoussalat tauscht.</p>
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		<title>Die alte weisse Frau ist auch empfindlich</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Dec 2024 05:33:43 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>In mancherlei Hinsicht versteht man Menschen, Verhaltensweisen und Ansichten im Alter besser als in der oft intoleranten Jugend. In vielerlei Hinsicht verliert man aber auch vollkommen den Überblick. Wie steht es beispielsweise um die allerorten grassierende Überemfindlichkeit gegen alle möglichen Zumutungen und Kränkungen, wenn doch ebenso allerorten Zurückhaltung und Diskretion vollkommen zu entschwinden scheinen? Wenn einem jedermann und jederfrau gleich beim Kennenlernen seine sexuelle Orientierung und seine politischen Ansichten ungefragt und in plump-vertraulicher Weise zur Kenntnis bringt, hat erstaunlicherweise der sich von einem Informationspanzer überrollte Gesprächspartner kein Recht auf irgendeine Empfindlichkeit. Wer vielleicht erst im Zuge einer sich entwickelnden zwischenmenschlichen Beziehung oder auch gar nicht erfahren möchte, was ein Freund im Bett so treibt, der hat den Zeitgeist einfach nicht erfasst und ist hoffnungslos rückständig, intolerant oder eben überempfindlich. Warum die eine Empfindlichkeit toleriert und zum Leitstern der wörtlichen Rede wird und die andere nicht? Keine Ahnung. Oder ist der Informationsoverkill ein Stresstest? Erst einmal muss man sich, möglichst natürlich der allgemeinen Ansicht folgend, positionieren, bevor sich das Gegenüber überhaupt die Mühe macht, einen näher kennen lernen zu wollen. Dabei kann man doch auch mit Menschen, deren Ansichten man nicht teilt, wunderbare Gespräche führen. Ich kenne eine Frau, die Medikamente von ihrer Heilpraktikerin auspendeln lässt, um sich von dieser sagen zu lassen, was sie einnehmen soll. Total bekloppt, meiner Meinung nach, und hätte ich das gleich zu Beginn unserer Bekanntschaft erfahren, wäre so manches nette Gespräch garantiert nicht zu Stande gekommen. Übrigens hat meiner Auffassung nach jeder ein Recht auf seine persönliche Überempfindlichkeit, ich lasse mir dieselbe ungern oktroyieren und sie beginnt eben schon beim ungefragten Duzen. Damit muss ich leben. Aber die anderen auch.</p>
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		<title>Die alte weisse Frau und der marode Steg</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Sep 2024 04:37:56 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Vom Kleinen lässt sich ja oft sehr schön auf das große Ganze schließen, wenn man also die beklagenswerten Zustände in diesem unserem Lande betrachten will, reicht es, einen Blick auf einen in die Jahre gekommenen Holzsteg über einen kleinen Fluss zu werfen. Dieser Steg ist seit über drei Jahren auf martialische Weise gesperrt, martialisch deshalb, weil sich die genervten Anwohner immer wieder gewaltsam Zutritt verschafften. Das ist jetzt vorbei, wie Fort Knox ist der Weg gesichert und inzwischen überwuchert. Die kleine Fußgängerbrücke soll wohl erneuert werden, warum man sie dann nicht längst schon einmal abgerissen hat, um sich den hässlichen Anblick der Absperrung zu ersparen, weiß niemand. Was gebaut werden soll, weiß ich auch nicht, vielleicht ein Nachbau der Golden Gate oder der Brooklyn Bridge, ein simpler funktionaler Metallsteg kann es ja nicht sein. Oha, heißt es, der Steg liegt in einem Gebiet mit besonderem Naturschutz. Aber lag der leider nicht mehr funktionsfähige nicht auch in diesem? Wasserrecht gilt es zu beachten, aber galt auch das nicht für den alten? Wieso müssen bei einem simplen Ersatzbau drölfzig Gremien ihren Senf dazu geben, eines überflüssiger als das andere? Konnte der alte Bau wirklich und wahrhaftig nicht instand gesetzt werden? Fragen über Fragen. Aber man ist guten Mutes. Vielleicht befasst sich ja ganz demnächst der Naturschutzbeirat des Kreises mit der Angelegenheit. Und dann geht es aber (gegebenenfalls , wenn dort niemand was zu bedenken, zu prüfen und zu beachten hat) los! Natürlich nicht mit dem Bau, die Feinplanung fehlt ja noch. Und dann die Ausschreibung. Und dann noch etcetera, was auch immer das ist. Ein Brückchen über ein Flüsschen zu  ersetzen ist also bei uns ein Projekt, welches optimistisch geschätzt fünf Jahre dauert. Na bravo. Und da wundert sich noch jemand über irgendwas?!</p>



<p></p>



<p></p>
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		<title>Die alte weisse Frau und die Realität</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Aug 2024 12:16:15 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Es ist ja manchmal so, dass man bei seiner Meinungsbildung kurzerhand die Realität ignoriert, da kann ich mich wahrhaftig selbst nicht ausnehmen. Ich wünsche auch keinesfalls irgendjemanden etwas Schlechtes und niemandem die Pest an den Hals, aber so manchem Eiferer gegen die Migration würde ein längerer Krankenhausaufenthalt diesbezüglich sicher gut tun. Nicht nur sein Körper würde kuriert, sondern unverzüglich auch seine Einstellung gegenüber zugewanderten Menschen. Wer selbst das Pech hat, im Krankenhaus zu liegen oder wer einen seiner Lieben dort besucht, dem springt nämlich unverzüglich diese Realität mit ihrer Rückfront mitten ins Gesicht: Ohne Menschen mit Migrationshintergründen würde unser Gesundheitssystem schlagartig kollabieren. Ohne die examinierten Pflegekräfte, die Ärzte, die Bürokräfte, ohne die vielen Hilfskräfte, die Essen und Getränke verteilen, sich als Bettenschieber verdingen oder Zimmer und Flure putzen, können wir sofort und vollinhaltlich einpacken. Wer also meint, er müsse gegen Einwanderung wettern, der möge sich dann auch bitte nicht beschweren, wenn er alt, krank und hilflos in seinen Fäkalien liegt und niemand kommt, um sich seiner anzunehmen. In diesem Sinne ein herzliches Dankeschön an Francesco und die vielen anderen fleißigen, gut gelaunten Menschen aus aller Herren Länder, die mit ihren Kollegen die Station 5 und alle anderen Stationen am Laufen halten.</p>



<p></p>



<p></p>



<p></p>
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		<title>Die alte weisse Frau weiß, wo es lang geht</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Jun 2024 04:41:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[In grauer Vorzeit erforderte eine weite Autofahrt, beispielsweise in den Urlaub, einiges an Vorbereitung. Da lag tagelang der Autoatlas auf &#8230; <a href="https://diealteweissefrau.blog/die-alte-weisse-frau-weiss-wo-es-lang-geht/" class="btn btn-readmore">Read More <span class="screen-reader-text"> "Die alte weisse Frau weiß, wo es lang geht"</span></a>]]></description>
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<p>In grauer Vorzeit erforderte eine weite Autofahrt, beispielsweise in den Urlaub, einiges an Vorbereitung. Da lag tagelang der Autoatlas auf dem Küchentisch, darüber beugten sich mit gerunzelter Stirn Fahrer und Beifahrer, um die günstigste Strecke nach Italien, Frankreich oder Spanien zu ermitteln und sich im besten Falle auch zu merken. Ganz Gewissenhafte klebten sich einen Zettel ans Armaturenbrett, auf dem vermerkt war, an welchem Autobahnkreuz man wo abzubiegen hatte. Die  volle Verantwortung trug dafür während der Reise selbstverständlich ausschließlich der Beifahrer, der auch für das komplette Catering zuständig war, inklusive Zigaretten. Unschöne Szenen spielten sich ab, wenn jener nicht das eine, sondern das andere „Rechts!“ gemeint hatte oder zu spät eine Ausfahrt ankündigte, weil er vielleicht die randalierenden Kinder auf dem Rücksitz anschreien musste oder die Karte verkehrt herum gehalten hatte. Glückliche ADAC Mitglieder konnten sich gegen einen kleinen Obolus eine Sammelmappe bestellen, in der sich nicht nur das nötige Kartenmaterial, auf dem die Route sorgsam markiert war, sondern auch noch nützliche Tipps für den Urlaubsort befanden. Beim Durchqueren verschiedener Länder brauchte man verschiedene Währungen und hatte zuverlässig immer zu viel oder zu wenig. Es gab solche Dinge wie Benzingutscheine. An den Grenzen wurden die Pässe kontrolliert und man stand gerne einmal stundenlang in glühender Hitze ohne Klimaanlage im Auto herum. Spätestens dann randalierten auch die bravsten und geduldigsten Kinder. Die Autobahnraststätten waren Stätten des Grauens, besonders die Toiletten. Wer mit seinem Leben spielen wollte, nutzte den berüchtigten Autoput mit seinen ungeheuerlichen Unfallzahlen, auf dem man aus Sicherheitsgründen keinesfalls anhalten, sondern lieber total übermüdet weiterfahren sollte. Nun ja. Man quetschte sich zu viert – Mama, Papa, Oma, Kind – in einen VW Käfer, um drei Wochen in den sonnigen Süden zu gondeln. Wie das mit dem Gepäck ging, ist mir unklar, aber wenigstens nahm kein Kindersitz Platz weg. Früher war nicht alles besser. </p>
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		<title>Die alte weisse Frau und die multiplen Krisen</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Apr 2024 04:41:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeitgeschehen]]></category>
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<p>Es ist ja, so die gängige Meinung, die Vielzahl der mehr oder weniger gleichzeitig auftretenden Krisen, die uns und vor allem unsere geplagte Jugend so fertig machen. Ich verdrücke ein Tränchen und werfe einen Blick zurück in meine eigene unbeschwerte Pubertät. Im Jahre 1972 sitze ich beispielsweise begeistert vor dem Fernseher und schaue die Übertragungen der Olympiade in München. Am 3. September jubeln wir über den „goldenen Sonntag“, am 5. September werden 11 israelische Sportler mitten im olympischen Dorf getötet. 1970 gründet sich die RAF, deren Terror das Jahrzehnt prägt und im September und Oktober des Jahres 1977 in der Offensive 77 mündet, an deren Ende sich die Rädelsführer im Gefängnis das Leben nehmen. Im Oktober 1973 greifen Syrien und Ägypten Israel an und drohen, den Unterstützern Israels den Ölhahn zuzudrehen, was nicht nur die autofreien Sonntage, sondern auch eine Rezession zur Folge hat, der 1979/80 eine weitere folgen wird. Der Kanzler hat jahrelang einen DDR Spion an seiner Seite. Die Watergate Affäre macht Schlagzeilen und wirft einen Blick auf die Verrohung der Sitten in der Politik. 1977 schlagen sich Polizisten und Atomkraftgegner in Grohnde die Köpfe ein. Zum Jahreswechsel 1978/79 versinkt der Norden im Schnee und im Chaos, im Februar 1979 gleich noch einmal, 17 Menschen sterben.  1975 brennt die Lüneburger Heide, sieben Menschen sterben. 1972 erscheint „Die Grenzen des Wachstums“ und der Club of Rome sagt das baldige Versiegen von Rohstoffen voraus. 1979 entschließt man sich zur Stationierung von Pershing Raketen auf der friedlichen Schwäbischen Alb. Was für eine unbeschwerte Jugend! Da konnte man noch optimistisch in die Zukunft blicken! </p>



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