Eine der größeren Herausforderungen, denen der moderne Reisende begegnet, ist ja nicht die Frage, wie man von A nach B kommt, sondern, wie man fehlerfrei sein Hotelzimmer bedient. Dabei gilt die Faustregel: Je hipper, desto blöder ist diese Bedienung gestaltet. In den ganz modernen Dingern, also denen ohne Rezeption, kommt man oft schon ohne größere Verrenkungen digitaler Natur gar nicht erst hinein. Dann wendet man sich den Lichtschaltern zu, wenn denn welche da sind. Manchmal muss man erst auf die Suche nach einem Tablet gehen, womöglich verborgen in einer Schublade, um damit Klimaanlage, besagte Lichtschalter, das TV Gerät und die Verdunkelung zu steuern oder auch oft nicht. Weitere Fallstricke offenbaren sich im Sanitärbereich, wo man vor der Duscharmatur steht und sich sehr, sehr dumm vorkommt. Bis man sich zwischen unvermittelten eiskalten Schauern, brühheißen Güssen und unbeabsichtigt nassen Haaren zurecht gefunden hat, das dauert. Manchmal bis zur Abreise. Im schönen Norwegen gab es einmal völlig rätselhafter Weise auch nach geduldigstem Abwarten kein warmes Wasser und das in einem sehr gediegenen Hotel. Des Rätsels Lösung: Ein an der Außenwand des Badezimmers positionierter Schalter musste betätigt werden. Varme Badegulv! Wer möchte das nicht, frage ich mich. Oder duschen die Norweger alle kalt? Kann natürlich sein.