Es ist ja ganz furchtbar, wie teuer alles so geworden ist. Obwohl….wenn beispielsweise eine Frau sich im Fernsehprogramm wortreich darüber auslässt, wie teuer alles geworden ist und dabei ihre glitzernden Nagelstudiofingernägel ins Bild kommen, höre ich ehrlich gesagt gar nicht mehr zu. Im Bahnhof wird ein Student interviewt, auch er ein geplagtes Opfer der Teuerung, und bedauert insbesondere den Preis seines To-Go-Kaffees, den er sich allmorgendlich dortselbst kauft. Am Bahnhof! Ein Hort des preiswerten Einkaufs, wie jedermann weiß. Den Einkaufswagen bekommt man auch nicht mehr voll für fünfzig Euro. Ein Blick in den tatsächlich nur spärlich gefüllten Wagen zeigt Softdrinks, Süßigkeiten, Pizza, Chips, ein paar Alibiäpfel und Fertiggerichte. Tja. Mit einem zwei Kilo Beutel Möhren aus dem Sonderangebot, Kartoffeln, Linsen und Sellerie hätte es vielleicht doch geklappt und wenn man sich dazu noch durch die „Nicht mehr lange haltbar“ Fleischangebote gepflügt hätte, stünde einer preiswerten gesunden Ernährung eigentlich nur noch die eigene Bequemlichkeit im Wege. Nudelgerichte zum Aufwärmen? Echt jetzt? Nudeln ins Wasser werfen und irgendein Gemüse zeitgleich in die Pfanne oder Thunfisch mit Zwiebeln oder Eier…das ist doch keine Atomphysik, herrgottnochmal. Zumal das hilfsbereite Internet dem Kocheleven 24/7 zur Seite steht. Suppe kann man meiner Erfahrung nach eigentlich aus allem machen und der Aufwand ist mehr als überschaubar. Hülsenfrüchte sind spottbillig und universell einsetzbar. Reis mit Gemüse und Curry. Kartoffeln mit Spinat und Ei. Und so weiter und so fort. Manche Dinge muss man einfach nur mal wirklich wollen.