?> Die alte weisse Frau und die fehlenden Touristen – Die alte weisse Frau
24. März 2026

Die alte weisse Frau und die fehlenden Touristen

Einmal im Fichtelgebirge. Die Landschaft ist schön, hier und da findet sich eine pittoreske Burgruine oder ein bemerkenswertes Panorama und die Wanderwege sind vorzüglich beschildert. Der Kurpark ist gepflegt, mit allerlei Informationstafeln und sinnigen Sprüchen dekoriert und lädt zum Lustwandeln ein. Danach möchte der Gast gerne einkehren, irgendwo am sehr idyllischen Marktplatz. Von fünf Gaststätten hat leider eine dauerhaft geschlossen und drei haben Ruhetag, eine davon hat sowieso nur an drei Tagen in der Woche geöffnet. Bleibt nur die Pizzeria, für den Gast auf der Suche nach regionaltypischen Speisen eine äußerst ernüchternde Erkenntnis. Immerhin werden Spaghetti mit „Schrimps“ offeriert, was ja schon recht originell ist. Eine Konditorei bietet auf einer Reklametafel Rhabarberkuchen mit „Steußeln“ an, von dem aber drinnen leider nichts mehr da ist, auch nicht mit Streuseln. Zur Auswahl stehen genau zwei Kuchen, die Herr Coppenrath oder wahlweise Herr Wiese wesentlich besser hinbekommen hätten. Die Brötchen beim Frühstück sind vom Vortag und knochentrocken, die Auswahl an Belag übersichtlich. Ein gastronomisches Jammermittelgebirge das Ganze. Kein Wunder, wenn keiner kommt. Und die, die kommen, nur einmal kommen und nicht wieder.

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