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	<title>Literatur &#8211; Die alte weisse Frau</title>
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		<title>Die alte weisse Frau und die Frauenromane</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 05:45:48 +0000</pubDate>
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<p>Also gesetzt den Fall, ich sei ein schwuler Mann, ich täte mich bedanken. Oder höllisch aufregen. Aber vielleicht sind sich die meisten der Betroffenen der folgenden Tatsache einfach nur nicht bewusst. Es ist nämlich so, dass in mindestens jedem zweiten, vermeintlich lustigen, vermeintlich gelungenen Frauenroman die Figur eines besten Freundes der Protagonistin vorkommt und der ist in der Regel homosexuell. Dargestellt wird er wie folgt: Eher klein, eher übergewichtig, sehr exaltiert, sein Gegenüber nennt er stets „Schätzchen“, in Bekleidungsfragen neigt er zur schrillen Seite, er ist entweder in einer Beziehung mit einem sehr viel besser aussehenden Mann, dann kommt es zu wilden Gefühlsausbrüchen, weil er in stetiger Furcht lebt, verlassen zu werden, oder aber er taumelt von jäher Verliebtheit zu ungeheurem Herzeleid, er hat ein eher schlichtes Gemüt, aber ein goldenes Herz, hadert zuweilen unter Tränenausbrüchen mit seinem Äußeren oder findet sich einfach wunderwunderschön, wenn es ganz dicke kommt, hat er zudem noch einen Migrationshintergrund, dann wird es ganz doll lustig. Man könnte auch sagen: Ein gutmütiger, harmloser Volldepp mit einem Hang zu ausschweifender Gestik, Mimik und Rhetorik. Aber eines ist die Figur, trotz aller wenig originellen Bemühungen der Autorinnen leider nicht: Lustig. Auch nicht, wenn das Ganze zu allem Elend auch noch verfilmt wird. Von realitätsnah will ich erst gar nicht anfangen, aber das sind die bescheuerten Heldinnen ja auch nicht.</p>
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		<title>Die alte weisse Frau zitiert</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Jan 2026 06:09:19 +0000</pubDate>
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<p>Zu den absolut unrealistischsten Romanfiguren gehören ja wohl meiner Auffassung nach jene, die in jeder Lebenslage vollkommen unvorbereitet irgendwelche Zitate zum Besten geben können. Seien es Gedichtzeilen, Weisheiten von Marc Aurel, tiefsinnige Songtexte, Aphorismen aller Art, Skakespearemonologe, Politikersprüche &#8211; der hochgebildete Protagonist hat sie alle im Kopf und ist in der Lage, sie im geeigneten Moment hervor zu holen, sie natürlich zu erkennen, wenn eine andere Figur loslegt und kann selbstverständlich gleich einsteigen und das Zitat vollenden. Nun muss man festhalten: Auch ich kann eine Schar Gedichte auswendig. Allerdings, auch das gehört zur Wahrheit, ein großer Teil davon stammt aus der Feder von Eugen Roth und beginnt zum Beispiel mit: „Ja, der Chirurg, der hat es fein, er macht dich auf und schaut hinein.“ Oder mit: „Nicht immer sind bequeme Stühle ein Ruheplatz für die Gefühle.“ Da muss ich mich bei Stefan Zweig und Hermann Hesse schon deutlich mehr konzentrieren und kann bestimmt nicht sofort starten, ohne mich erst zu besinnen. „No Sports.“ und „L’état , c’est moi.“ sind auch keine Zitate, mit denen man sich wirklich schmücken kann und zu Marc Aurel bin ich einfach zeitlich noch nicht gekommen. Aus Gründen der Selbstachtung bleibe ich dabei: Total unrealistisch das! Und die Zitate sind allesamt von Chat GPT recherchiert.</p>
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		<title>Die alte weisse Frau und die Bildung</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Mar 2023 05:23:00 +0000</pubDate>
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<p>Ach, wie gerne wäre ich ein gebildeter Mensch! Eine Weile habe ich ja gedacht, mit meinem fabelhaften Abitur an einer leistungsorientiert geführten Mädchenschule sei ich durchaus zugehörig zum Bildungsbürgertum. Aber weit gefehlt! Spätestens, als Herta Müller den Nobelpreis für Literatur erhielt und ich noch nie im Leben zuvor von ihr gehört hatte, wurde mir klar: Eher nicht. Dabei musste in unserer Schule zu Beginn jeder Deutschstunde bei der ebenso klugen wie durchsetzungsstarken Frau Nieveler (Gott habe sie selig) reihum ein Gedicht freier Wahl vorgetragen werden, von der einen Schülerin eher missmutig, von der anderen begeistert. Überproportional häufig fiel die Wahl auf  „Dunkel war`s, der Mond schien helle“, aber immerhin. Um Abhilfe zu schaffen, habe ich mich mehrfach durch Dietrich Schwanitz Buch „Bildung &#8211; was man wissen muss“ gekämpft, um die größten Lücken zu schließen, aber als so richtig gelungen würde ich das Unterfangen nicht bezeichnen. Er behandelt auch die Literaturklassiker, die man gelesen haben muss. Nun ja. Gleichzeitig findet sich aber auch ein kluger Schachzug: Eins reicht! Wenn denn in illustrem Umfeld die Rede auf Literatur kommt, kann man jede Diskussion durch geschickte Gesprächsführung ganz leicht auf das eine Werk lenken, welches einem selbst wahrhaftig geläufig ist &#8211; et voilà &#8211; schon hat man wenigstens den Ruf eines gebildeten Menschen weg. Das hat mir eingeleuchtet und „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ wurde angeschafft &#8211; macht sich auch ausgezeichnet im Bücherregal. Lesen kann man es eher nicht. Ich bin noch nicht einmal bis zu den weltberühmten Madeleines gelangt. Jahre später fiel mir im Haushalt meines offensichtlich gebildeteren  Sohnes der „Ulysses“ in die Hände. Jetzt aber! Nach hundert Seiten war immer noch nicht wirklich irgendetwas passiert, was einer Handlung nahe kommt und als ich nachsehen wollte, wie es denn wohl ausgeht, traute ich meinen Augen nicht. Wie Sie als gebildete Leser sicherlich wissen, finden sich auf den letzten zig Seiten gar keine Sätze mehr! Ohne Punkt und Komma schwurbelt der Text vor sich hin! Das kann doch kein Mensch lesen, echt jetzt! Und auch, mich wie Commissario Brunetti auf dem Sofa liegend zur Entspannung nach einem harten Arbeitstag mit den Schriften des Marc Aurel zu befassen…ich weiß nicht. Ich fürchte, wohl ziemlich ungebildet ins Grab sinken zu müssen. Aber wenigstens kenne ich Mr. Darcy und Mr. Heathcliff. Das muss reichen. </p>



<p>Nächsten Mittwoch mehr.</p>
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