?> Die alte weisse Frau und die Vornamen – Die alte weisse Frau
7. April 2026

Die alte weisse Frau und die Vornamen

Jedes Elternpaar ist ja auf der vergeblichen Suche nach einem wunderschönen originellen Vornamen für den Sprössling, was heutzutage dazu führt, dass halbe Schulklassen aufspringen, wenn Emma oder Noah aufgerufen werden. Aber selbst eine scheinbar einzigartige Henriette kann schon in ihrer Kindergartengruppe auf eine zweite Henriette stoßen, wobei dann eine zur Jetti und eine zur Henny mutiert. Dabei haben die Eltern sich solche Mühe gegeben. Moden gab es auch zu Boomerzeiten, wobei in meinem Falle ein beherzter Standesbeamter eingriff, als mein Vater seine wunderhübsche Tochter, nämlich mich, als Birgit anmelden wollte. Das sei nun schon die fünfte Birgit in einer Woche, konstatierte er, und so kam es, dass meine verblüffte Mutter plötzlich eine Irene in den Armen hielt, ein Name, den der besagte Beamte für geeigneter hielt. Es hätte schlimmer kommen können. Bei den Jungs gab es zu jener Zeit einen fatalen Hang zu Doppelnamen: Hans-Josef, Hans-Peter, Wolf-Dieter, Hermann-Josef, Klaus-Peter, Hans-Wilhelm, Rolf-Dieter oder Hans-Herbert beispielsweise. Einer merkwürdiger als der andere und auch deshalb gerne verkürzt zu Hajo, Hermo oder Hape. Ob diese Mode nochmal zurückkommt? So richtig alte Namen sind ja schon wieder en vogue, mein Großvater und mein Enkel beispielsweise haben den gleichen Namen. Albert ist auch schon wieder da und so begrüßen wir bestimmt bald einen entzückenden kleinen Franz-Werner. Oder Hans-Otto.

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