Dem Vernehmen nach machen ja manche Menschen ungewöhnliche oder gar gefährliche Dinge nicht nur, um Fotos posten zu können, sondern auch, um bei Zusammenkünften privater oder beruflicher Natur ganz sicher im Mittelpunkt zu stehen. Tandemflüge, Bungee Jumping, Tauchen an exotischen Orten und Übernachtungen in der Wüste haben dabei ihren Interessenszenit schon weit überschritten. Die gute Nachricht ist: So spektakulär muss es gar nicht mehr sein! Als veritables Abenteuer gilt es heutzutage schon, wenn man eine längere Bahnfahrt unternimmt. Wer also beim Smalltalk in netter Runde verkündet, er plane eine Zugfahrt von Köln nach Bozen, kann sich des Interesses aller Anwesenden gewiss sein. Umstiegszeit in München 11 Minuten? Oh je, das wird knapp, vermeldet der eine, das klappt im Leben nicht, ist sich der andere sicher. Ein jeder hat erschütternde Geschichten von spektakulär gescheiterten Bahnreisen zu erzählen, mit stundenlangen Aufenthalten in eisiger Kälte auf zugigen Bahnsteigen, Ankünften mitten in der Nacht, kostspieligen Taxifahrten und unschönen Begegnungen mit Junggesellinnenabschieden oder Fußballfans. Man gewinnt den Eindruck, dass der Weg Hannibals über die Alpen genau genommen nicht viel aufregender gewesen sein kann als die Zugfahrt mit der Bundesbahn. Zwischendurch fragt man sich, was einen bei der offensichtlich völlig unbedarften Buchung bloß geritten hat. Aber man muss sich im Leben ja auch mal was trauen! Ein echtes Abenteuer wagen! In der ersten Klasse mit Platzreservierung!