Was andere Menschen alles können und ich nicht, ist geradezu sagenhaft. Und ich rede nicht von irgendwelchen schwer, erst nach langem Üben und eifrigem Bestreben zu erlangenden Fertigkeiten wie Töpfern, Yoga, Aquarellmalerei oder Programmieren. Es gibt einfach Menschen, die können ihr nicht mehr genutztes Geraffel problemlos verkaufen. Und wenn nun gar niemand mehr Geld geben möchte, dann verschenken sie es eben und sehen ungerührt zu, wie schwitzende Menschen ihren abgewrackten, schon zweimal umgezogenen Ikea Schrank auseinandernehmen und vier Etagen nach unten tragen. Immerhin müssen sie nicht selbst tragen, was ja nun wirklich ein nicht zu unterschätzender geldwerter Vorteil ist. Sie bleiben stoisch bei ihrer Preisvorstellung für den leicht ramponierten Kleinwagen, auch wenn der potentielle Käufer noch so waidwund schaut und von gottweißwoher zur Besichtigung angereist ist. Und tatsächlich taucht wenig später ein Mensch auf, der den geforderten Preis bezahlt. Dinge, die für mich ganz sicher in die Abteilung Sperrmüll gehören, finden bei ihnen noch Abnehmer für oftmals gar nicht so kleines Geld. Und wenn es an Verhandlungen mit Nachmietern geht, laufen sie zur Hochform auf. Beinhart wird um die Abstandszahlung für abgetakelte Küchen und allerlei Einbauten gerungen, bis endlich alle zufrieden sind. Bei mir hingegen kommt erst gar kein potentieller Käufer oder aber es tauchen so merkwürdige Gestalten auf, dass mir angst und bange wird und ich das Geschäft nur noch zügig abwickeln will, fast egal zu welchem Preis. Meist aber schleife ich den Krempel, mit dem andere ihre Haushaltskasse aufbessern, höchstselbst zur Müllumladestation. Wie machen die das bloß?