?> Die alte weisse Frau zieht nicht mehr um – Die alte weisse Frau
3. November 2026

Die alte weisse Frau zieht nicht mehr um

Allenfalls in eine kleine, zweckmäßig abwaschbare Kabause in einem Altersheim, bewaffnet nur mit einer Reisetasche, die einer meiner Söhne schleppen muss. Ansonsten bin ich glücklicherweise durch mit dem Thema. Vor einem Umzug muss man zunächst entrümpeln, was das Zeug hält, vor allem, wenn man aus einem Haus in eine Wohnung zieht, und wer das nicht rigoros betreibt, dem tut es später bitter leid. Besonders im Keller tun sich Abgründe an unnützem Krempel auf, in sämtlichen Gelassen findet sich Pröll, wie der Rheinländer zu sagen pflegt, von dem man beim besten Willen nicht sagen kann, warum zum Teufel man ihn aufbewahrt hat. Uralte Weihnachtsdeko, Haushaltsgeräte, die man schon seit Jahren nicht mehr benutzt hat, mit denen man aber immerhin noch den einen oder anderen Menschen glücklich machen kann – wer denkt nicht mindestens einmal im Leben, er benötige ein Fondue, einen Brotbackautomaten oder ein Raclette -, eingetrocknete Farbreste von irgendwelchen Anstreichaktionen, Werkzeuge, mit denen man selber keinesfalls mehr werkeln wird, Koffer jeder Größe und Gewichtsklasse, obwohl man eigentlich nur stets denselben nutzt, massenhaft Kabel und Elektroschrott in Form von ausrangierten Handys, Blumentöpfe und und und. „Bruuche mer nit, fott domit“ muss die Devise lauten und auf geht’s zum Wertstoffhof. Furchtbar. Seither überlege ich bei jeder Neuanschaffung, ob ich sie wirklich brauche. Und falls ja, muss dafür etwas anderes weichen.

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