Manche Menschen durchforsten jede Gegend, in die sie reisen, nach Kühlschrankmagneten, um sie sich zu Hause wild durcheinander oder sorgfältig geordnet an denselben zu pappen und sich dann jeden einzelnen Tag auf der Suche nach Milch an ihre wunderschönen Reisen zu erinnern. Auch so eine Leidenschaft, die sich mir eher nicht erschließt. Aber jeder, wie er mag. Ich komme jetzt, wo ich Zeit und Muße habe, mit kulinarischen Anregungen nach Hause. Mit mehr Enthusiasmus als Können stürze ich mich, selbstverständlich nach der Anschaffung diverser unentbehrlicher Gerätschaften, in die französische Patisserie. Eine Pâte brisée und eine Creme patissiere mache ich mit links, die Croissants allerdings waren ein Fiasko. Auch in der Ausführung der teils filigranen Kunstwerke hapert es noch erheblich. Irgendwie sehen die Tartes und Törtchen immer etwas anders aus als angestrebt. Dann habe ich langen Pfeffer entdeckt, Caponata Gemüse, gesalzene Kapern, fülle mit Feuereifer Ravioli und Schlutzkrapfen, mache die Nudeln natürlich frisch, koche Marmelade, produziere sowohl Speck- als auch Marillenknödel und erinnere mich bei jedem Bissen an meine wunderschönen Reisen und gönne mir danach ein schönes Gläschen Dessertwein, auch so eine Entdeckung. Natürlich schmeckt es unterwegs immer noch einen Hauch besser. Mein nächstes Projekt: gepickelte Radieschen.