?> Die alte weisse Frau geht essen – Die alte weisse Frau
22. September 2026

Die alte weisse Frau geht essen

Neulich kehrte ich in ein kleines Restaurant zum Abendessen ein, maximal vierzig Plätze mag es gehabt haben. Neben der regulären Speisekarte wurde ein Tagesmenü angeboten, mit drei Vorschlägen für die Vorspeise und je zweien für Hauptgang und Nachspeise. Man konnte nur den Hauptgang wählen oder Hauptgang/Dessert oder Vorspeise/Hauptgang. Ich kämpfte mich entschlossen durch alle drei. Zuerst gab es eine Fischterrine aus Lachs, Kabeljau und Kräutern mit Salatgarnitur und Brot, sodann ein riesiges Seehechtfilet mit Gemüse und Reis, zum Nachtisch Eis. In diesem Falle keine lieblos in ein Schüsselchen geknallte einzelne Eiskugel mit Sprühsahne, sondern eine veritable Birne Helene mit allem Klipp und Klapp, das alles begleitet von einem freundlichen, geduldigen Service. Der ganze große Spaß kostete 22 Euro – und das nicht etwa in irgendeinem obskuren Billiglohnland, sondern mitten in der Bretagne, wo die Lebenshaltungskosten auch nicht wesentlich geringer sind als bei uns. Bleibt die Frage: Wie zum Teufel ist so etwas dort möglich und bei uns nicht? Und ein Kartenlesegerät mit der Voreinstellung eines zuweilen absurden Trinkgeldes bekommt man auch nicht vor die Nase gehalten.

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